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22.12.2020

22.12.2020 Update Corona Landkreis Miesbach - Verwirrung um Anzahl an Corona-Toten behoben - Asylunterkunft unter Quarantäne

Seit etwa einer Woche melden unterschiedliche Behörden unterschiedliche Zahlen an im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen Personen für den Landkreis Miesbach. Das Gesundheitsamt Miesbach konnte sich die unterschiedlichen Zahlen nicht erklären und ist daher in den vergangenen Tagen mit Hochdruck der Ursache auf den Grund gegangen. Dabei ist man auf folgendes Problem gestoßen: Bei zeitgleich mehreren Personen war die Meldeadresse und damit die Zuständigkeit des Gesundheitsamtes nicht klar. Inzwischen wurden die Zahlen korrigiert.

Normalerweise werden alle Daten von dem Gesundheitsamt gemeldet, in dessen Zuständigkeitsbereich die Person ihren ersten Wohnsitz hat. Gerade aber, wenn sehr viele Zahlen gleichzeitig eintreffen oder es plötzlich zahlreiche Verstorbene gibt, ist es möglich, dass ein Gesundheitsamt versehentlich Fälle im Zuständigkeitsbereich eines anderen Gesundheitsamtes meldet. Dieses Problem tritt beispielsweise auch auf, wenn Bewohner von Pflegeeinrichtungen nicht in ihrer Pflegeeinrichtung, sondern an ihrer Heimatadresse gemeldet sind. Wenn der Landkreis der Pflegeeinrichtung nicht mit dem Heimat-Landkreis übereinstimmt, welches Gesundheitsamt ist dann zuständig?

Dasselbe Problem existiert bei Schulen: Nicht jeder geht in seinem Heimat-Landkreis in die Schule. Das fordert sehr viel Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg. Die Gesundheitsämter versuchen ihr Möglichstes, aber leider funktioniert die gegenseitige Meldung nicht immer ganz reibungslos – daher kam es, dass erst LGL und RKI von mehreren im Zusammenhang mit dem Coronavirus Verstorbenen berichtete, bevor es das Gesundheitsamt Miesbach tat.

In der sog. „zweiten Welle“ sind bisher sieben Personen an oder mit dem Coronavirus verstorben: zwei am 8.12., eine am 15.12., zwei am 16.12., eine am 17.12. und eine am 21.12.2020. Es handelt sich um sechs Frauen und einen Mann im Alter von 70 bis 92 Jahren. Fünf von ihnen wohnten in unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen im und außerhalb des Landkreises. Gemäß den Richtlinien von LGL und RKI wird nicht unterschieden, ob eine Person am oder mit dem Coronavirus verstirbt. Insbesondere die Bewohner von Pflegeeinrichtungen haben meist eine längere Krankheitsgeschichte hinter sich.

Wie bereits berichtet, war zuletzt auffällig, dass ältere Personen in den Pflegeeinrichtungen sehr lange positiv sind – teilweise mehrere Wochen. Zum Tod führen oft mehrere Gründe, wie das Gesundheitsamt erklärt: die Vorerkrankungen, die zusätzliche Belastung durch das Virus, letztendlich auch irgendwann der fehlende Lebenswille, noch weiter gegen die Krankheiten zu kämpfen.

Aktuell haben alle Pflegeeinrichtungen im Landkreis den Kampf gegen das Virus sehr gut im Griff; es gibt nur noch vereinzelte Fälle im untersten einstelligen Bereich, die aktuell in Quarantäne sind, und keine Neuinfektionen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im Sommer zwei Frauen und ein Mann im sehr hohen Alter verstorben sind, die sich im Frühjahr mit dem Virus infiziert hatten. Da zwischen Infektion und Tod mehrere Monate liegen, zählen sie nicht als Corona-Tote und werden auch nicht in der Statistik geführt.

Es ist trotz größter Bemühungen leider nicht auszuschließen, dass auch künftig überregionaler Abstimmungsbedarf besteht bei der Meldung von Infizierten und Verstorbenen und dass es auch weiterhin zu kurzfristigen Korrekturen kommen muss. Auch wenn es sich vermeintlich leicht anhört, die Zahlen zu melden und den Überblick zu behalten, ist es das nicht. Der Teufel liegt im Detail, jeder der 2160 Fälle ist ein Einzelfall und wird vom Gesundheitsamt bestmöglich betreut. Sollte es dabei zu menschlichen oder der extrem hohen Arbeitsbelastung geschuldeten Fehlern kommen, bitten wir dies zu entschuldigen.

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Eine Asylunterkunft für 52 Personen in der Gemeinde Warngau musste heute unter Quarantäne gestellt werden, nachdem ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der positiv getestete Bewohner und sein direkter Zimmernachbar verbringen die Quarantäne in einer anderen, aktuell leerstehenden Unterkunft im Landkreis. Für die übrigen 50 Bewohner, darunter 17 Kinder, gilt eine vorerst 14-tägige Quarantäne. Um den Bewohnern den Aufenthalt an der frischen Luft zu ermöglichen, wurde rund um die Einrichtung ein Bauzaun errichtet.