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21.02.2017

Verständnis für Schongebiete wecken

Die Berge sind für viele Tourenskigeher und Schneeschuhwanderer ein Freizeit – und Erholungsgebiet. Gleichzeitig sind die Berge ein Lebensraum von Wildtieren. Besucher sollten darum das Gebiet naturverträglich nutzen. Darüber informiert der alljährliche Aktionstag „Natürlich auf Tour“. Am Wochenende führten die Informations-Teams rund 800 Gespräche vor Ort in den Bergen. Die angesprochenen Sportler zeigten viel Verständnis, die Resonanz war sehr gut.

Im Zentrum stand das Taubenstein-Rotwandgebiet. Aber auch am Breitenstein, am Lacherspitz und am Sudelfeld waren Natürlich-auf-Tour-Teams unterwegs. Getragen wurde der Aktionstag von einem breiten Bündnis: Mehr als 30 Ehrenamtler der Alpenvereinssektionen Miesbach, Hausham, Leitzachtal und München, der Bergwachten Leitzachtal und München, der Kreisgruppen Miesbach des Bund Naturschutz und des Landesbund für Vogelschutz, des Skiclub Schliersee und des Bayerischen Jagdverbandes haben die erfolgreiche Durchführung des Aktionstages gewährleistet. Die untere Naturschutzbehörde hat das Projekt unterstützt. Koordiniert wurde die Aktion von Marco Müller, dem Gebietsbetreuer Mangfallgebirge.

 Am Tag vor der Veranstaltung fiel mancherorts bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. Viele Tourengeher ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Insgesamt notierten die Natürlich-auf-Tour-Teams knapp 800 Gespräche. Rund 90 Prozent der Wintersportler reagierten positiv auf die Ansprache und zeigten Verständnis für die Lenkungsmaßnahmen.

Peter Dill, Zweiter Vorsitzender der DAV Sektion München, informierte bei der Schönfeldhütte Tourengeher über das Angebot. Die Reaktionen der Sportler begeisterten ihn: „Es ist toll, eine so positive Stimmung von den Wintersportlern zurückzubekommen. Viele Tourengeher honorierten es, dass wir ihnen die Hintergründe der Wald-Wind-Schongebiete in persönlichen Gesprächen vermittelt haben und bedankten sich bei uns."

„Die Aktionstage der vergangenen zwei Jahre und unsere darüber hinaus gehende Öffentlichkeitsarbeit zeigen immer mehr Wirkung. Dies lässt sich unter anderem daran ablesen, dass in diesem Jahr 60 Prozent der angesprochenen Wintersportler „gut“ bis „sehr gut“ über die Regelungen informiert waren“, sagte Marco Müller. Die Werte hätten sich kontinuierlich verbessert. Nur etwa 15 Prozent der Angesprochenen hatten am Samstag noch nie etwas über „Natürlich auf Tour“ oder Wald-Wild-Schongebiete gehört.

 Gute Resonanz der angesprochenen Sportler

„Mittlerweile sind wir eine gut eingespielte Truppe. Mit viel Hintergrundwissen - aber vor allem positiv und authentisch - können wir auf die Wintersportler zugehen. Wir bekommen tolle Reaktionen. In der Gruppe besteht das Gefühl, zusammen etwas bewegen zu können“ sagte Gebietsbetreuer Müller. Mit dem Verlauf des Aktionstages heuer war er sehr zufrieden.

Gegen Ende der Aktion versammelten sich die Helfer in der alten Wurzhütte zur Abschlussbesprechung. Daran nahmen auch zwei Mitglieder des Landtages teil: Florian von Brunn (SPD) und Ludwig Hartmann (Die Grünen). Beide folgten einer Einladung des Alpenvereins zu einer Schneeschuh-Tour zum Tanzeck. Die Parlamentarier informierten sich dabei über Möglichkeiten der Besucherlenkung in einem intensiv freizeit-genutzten Gebiet. Ihre Präsenz und die von Vertretern des Umweltministeriums, des Landratsamtes, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Holzkirchen, des Forstbetriebs Schliersee der Bayerischen Staatsforsten sowie des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern unterstrichen die Bedeutung des Aktionstages.

Großer Andrang sogar in der Nacht

Manfred Scheuermann ist verantwortlich für die Kampagne „Natürlich auf Tour“ bei der Bundesgeschäftsstelle des DAV. Scheuermann betonte die Wichtigkeit des Engagements auf lokaler Ebene, das sich im Landkreis Miesbach bereits vor 31 Jahren bildete. Er dankte allen Helfern des Aktionstages: „Ohne Eure Hilfe könnten wir dieses Projekt nicht mit Leben füllen“.

Auf die Aktiven des Aktionstags wartet auch in Zukunft noch viel Überzeugungsarbeit. Das sagte Bernhard Reissner, der Revierförster beim Forstbetrieb Schliersee und wohnhaft am Spitzingsee. Er berichtete aus eigener Erfahrung, wie groß der Besucherandrang auf das Gebiet rund um den Spitzingsee in den vergangenen Jahren sogar in den Nachtstunden geworden ist. Die Information der Freizeitnutzer sei darum immer wichtiger geworden.

Der Aktionstag „Natürlich auf Tour“ wird auch im nächsten Jahr wieder stattfinden – dies war allen Beteiligten jetzt schon klar.