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27.11.2017

Verleihung der Denkmalschutz-Medaille 2017

Der Landkreis Miesbach ist um zwei Träger der Denkmalschutz-Medaille reicher: Kreisbaumeister Werner Pawlovsky, Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil und Landrat Wolfgang Rzehak ehrten Franz Huber, der sich um die Restaurierung der Kirche St. Andreas in Hohendilching verdient gemacht hat. Außerdem zeichneten sie die Blue Lion Gruppe und Unternehmer Michael Käfer für ihre Bemühungen um die Denkmalsanierung von Gut Kaltenbrunn aus.

„Wer sich dafür einsetzt, ein Baudenkmal zu erhalten, setzt sich für die kulturelle Identität unseres Landkreises ein“, betont Landrat Wolfgang Rzehak bei der Verleihung der Denkmalschutzmedaille 2017. Denn die Geschichte des Landkreises und seiner Bürgerinnen und Bürger spiegelt sich maßgeblich in seinen Bauwerken wieder. Es ist deshalb das Ziel der Verleihung, jenen Dank und Wertschätzung entgegen zu bringen, die sich besonders für die Denkmalpflege einsetzen.

Ein dreiköpfiges Gremium entscheidet über die Preisträger (Kreisbaumeister Werner Pawlovsky, Kreisheimatpfleger Benno Bauer und Christoph Scholter vom Landesamt für Denkmalpflege). Franziska Hitzler vom Staatlichen Bauamt komplettiert das Denkmalpflege-Quartett. Zusammen haben sie sich für zwei Ehrungen entschieden: Franz Huber, Kirchenpfleger von St. Andreas in Hohendilching, und die Instandsetzung von Gut Kaltenbrunn.

Dass Franz Huber sich so für die Restaurierung der Kirche St. Andreas einsetzte, ist ursprünglich einem Unfall geschuldet: Als langjähriger Mesner der Kirchen in Hohendilching und Sollach schmückte er über 20 Jahre den Christbaum in der Kirche. Doch einmal fiel er beim Schmücken mitsamt der Leiter um und zerschlug eines der Fenster. Da fasste er den Entschluss: Nicht nur das Fenster, auch der Rest der katholischen Filialkirche St. Andreas bedürfen dringend einer Restaurierung. „Diese Kirche ist seit über 800 Jahren in Betrieb und das nur wegen Menschen wie Ihnen“, lobte Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil den Verdienst Hubers. „Sie sind ein Glücksfall für die Kirchen und die Denkmalbehörden“, schloss sich Kreisbaumeister Werner Pawlovsky an.

Die zweite Medaille wurde zu Ehren der Denkmalsanierung von Gut Kaltenbrunn verliehen. Die Eigentümer, die Blue Lion GmbH als Tochter der Schörghuber-Gruppe, sowie Betreiber Michael Käfer wurden gemeinsam für ihr Bekenntnis zur Denkmalpflege ausgezeichnet. „Sie haben nach der jahrzehntelangen emotionalen Diskussion um Gut Kaltenbrunn Respekt vor der historischen Bausubstanz bewiesen und Tradition und Moderne harmonisch miteinander verbunden“, würdigte Generalkonservator Pfeil das Werk. Das jahrzehntelange Ringen sei nun beendet, pflichtet Kreisbaumeister Pawlovsky in seiner Laudatio bei. Und: „Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen.“

Die verliehenen Medaillen sind ein Zeichen des Dankes vonseiten der landkreiseigenen Denkmalpfleger. „Natürlich wäre es oft einfacher, ein Haus abzureißen und durch ein neues zu ersetzen“, sagte Landrat Rzehak. Doch mit der Bausubstanz verliere auch der Landkreis einen beträchtlichen Teil seiner Geschichte. „Oft sehen Menschen nur die Einschränkungen, die ein Denkmal mit sich bringt“, pflichtet Generalkonservator Pfeil bei, der schon zum zweiten Mal der Verleihung beiwohnte, „doch Denkmalschutz ist auch Allgemeingut.“ Und dass Denkmalschutz nicht Stillstand, sondern ganz im Gegenteil Weiterentwicklung bedeutet, hätten die diesjährigen Preisträger überaus deutlich gemacht.