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06.12.2016

Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten

Elf Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Miesbach wurden mit einer der höchsten Auszeichnungen geehrt, die der Freistaat Bayern zu vergeben hat: Dem „Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern“. Landrat Wolfgang Rzehak überreichte die Dankesurkunden und die Ehrenzeichen bei einer kleinen Feierstunde.

Der Landrat erinnerte bei dem Treffen im Gasthof-Café „Zum Moar“ in Irschenberg daran, dass „alle Ausgezeichneten im ehrenamtlichen Bereich mindestens seit 15 Jahren Leistung bringen“, um sich für diese seltene Auszeichnung zu qualifizieren. „Engagement macht stark“, sagte der Landrat, „es macht den Einzelnen stark und auch unsere Gesellschaft. Ich meine auch: Menschen, die sich sozial engagieren, wirken auf mich zufriedener und glücklicher“.

Wolfgang Rzehak lobte die Geehrten als „das unverzichtbare und stabile Rückgrat unserer Gesellschaft. Mit Ihrer Arbeit haben sie zahlreiche Bereiche des Gemeinwesens mitgeprägt. Oder mehr noch: Ohne ihr Engagement würde es manche Vereine gar nicht geben. Bitte bringen Sie sich weiterhin so vorbildlich im Interesse unserer ganzen Gesellschaft ein!“

Die Geehrten:

Johanna Deisler

Die ehrenamtliche Tätigkeit von Johanna Deisler beginnt im Jahr 1991 mit der Übernahme des Schatzmeisteramtes im Deutschen Sozialwerk in der Gruppe Tegernseer Tal. Der Überbegriff des DSW ist die Hilfe. Helfen zieht sich wie ein roter Faden durch den Verein und bildet die wohl wichtigste Säule innerhalb des DSW. Der Verein übernimmt für Betroffene die Vermittlung von Pflege und Betreuung und unterstützt Bedürftige auch nicht zuletzt mit finanziellen Hilfen. Unter Einbeziehung der Wünsche und Ziele der Mitglieder und mit großer fachlicher Kompetenz sowie unter Einhaltung der Regelungen für den Erhalt der Gemeinnützigkeit übt Johanna Deisler das Amt des Schatzmeisters aus. Zur Zeit leistet das DSW Tegernseer Tal gezielte Hilfestellung für Flüchtlinge.

Josef Eibach

Josef Eibach übt seit fast 50 Jahren Ämter im Trachtenverein D`Neureuther aus. Davon 24 Jahre im Ausschuss als Schriftführer und 25 Jahre in der Vorstandschaft. In seiner Amtszeit hat er drei Gaufeste und drei Vereinsjubiläen organisiert und abgewickelt. Außerdem ist das Vereinleben äußerst aktiv mit einem umfangreichen Jahresprogramm. Bei einer Mitgliederzahl von 700 Personen ist allein das Ausrücken zu verschiedenen Jubiläen mit einem enormen zeitlichen Aufwand verbunden. Zudem hat er rund 30 Jahre den Kindern das Schuhplatteln und Tanzen beigebracht. Seit etwa 45 Jahren spielt er sehr aktiv im Theater mit und seit 50 Jahren ist er Trommler beim Spielmannszug Gmund.

Monika Lechner

Sie ist seit 1987 im sozial-karitativen und im kulturellen Bereich für die Pfarrei St. Laurentius tätig. Seit dem Jahr 1987 gestaltet sie die sogenannten „Advents-Andachten“ und seit dem Jahr 2004 die „Fasten-Andachten“. In der Zeit von 1998 bis 2010 war sie Mitglied des Parsberger Pfarrgemeinderates. Im Jahr 2001 wurde sie zur Seniorenbeauftragten der Pfarrei berufen. Sie organisiert für die Seniorinnen und Senioren der Pfarrei regelmäßige Ausflüge und Zusammenkünfte, Adventsfeiern und Fastenessen. Des Weiteren ist sie seit 1998 Austrägerin des Pfarrbriefes und ab dem Jahr 2000 ist sie als Caritassammlerin für die Pfarrei unterwegs und geht dabei von Tür zu Tür um Geld für einen guten Zweck zu sammeln.

Ingeburg Neidhart

Ingeburg Neidhart hat die Initiative zur Gründung der Egerländer Gmoi gegeben und war dann von der Gründung im Jahr 1978 bis 2012 also ganze 34 Jahre Vorstand dieser Vereinigung. Zweck der Egernländer Gmoi war es, die entwurzelten Flüchtlinge zusammenzubringen, ihren Zusammenhalt zu fördern sowie die Erinnerung, Tradition und das Brauchtum der alten Heimat wachzuhalten und zu fördern. Während ihrer Vorstandszeit organisierte sie viele jährliche Veranstaltungen, um die Erinnerung an die alte Heimat wachzuhalten und den Zusammenhalt unter den Vertriebenen im Tegernseer Tal und darüber hinaus zu stärken. Von 1981 bis 2012 war sie gemeinsam mit Walter Weber Herausgeberin des dreimal jährlich erschienenen Gmoi-Bladls „Triebfeder“. Ein weiterer Meilenstein war die Sammlung von Spenden, damit vor dem Rathaus in Gmund der Egerländer Gedenkstein errichtet werden konnte. Auf Ihre Initiative hin wurde im Jahr 1998 das Vertriebenenkreuz am Bergfriedhof erneuert und dessen Pflege übernommen.

Günter Suchant

Er war von 1992 bis 2016 in der Vorstandschaft des FC Real Kreuth als Jugendleiter und Jugendtrainer tätig und hat mit seinem Engagement vielen Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und Perspektive gegeben. Er organisierte in den Sommermonaten den Spielbetrieb und in den Wintermonaten beschäftigte und betreute er die Kreuther Kinder beim Eishockeyspielen. Zudem organisierte und betreute er Ausflüge mit den Jugendlichen zu Eishockey-Bundesligaspielen. Viele Jugendliche haben durch seine Organisation von Jugendfesten, Zeltlagern oder ein Fußballcamp eine großartige Erinnerung an ihre Jugendzeit. Auch heute noch steht er zur Verfügung, wenn Not am Mann ist. Außerdem ist Günter Suchant seit dem Jahr 2009 Schöffe beim Landgericht München II.

Herbert Scholl

Sein ehrenamtliches Engegemant übte er in erster Linie im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. aus. Er war von von 1972 40 Jahre lang 1. Vorstand der Reservistenkameradschaft Miesbach-Schliersee und parallel dazu auch von 1986 bis 1989 1. Vorsitzender Kreisgruppe Oberland im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und von 1986 bis 1992 2. Vorsitzender der Bezirksgruppe Oberbayern im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. Scholl war auch der 1. Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Miesbach-Schliersee und hatte ein vielseitiges Betätigungsfeld. Besonders hervorzuheben sind seine Leistungen für die zivil-militärische-Zusammenarbeit im Bereich Katastrophenschutz Oberbayern während rund 450 freiwilliger Wehrübungstage und mindestens 150 dienstlich Veranstaltungen (DVag). Hinzu kommt die Kontaktpflege zu Alliierten aus NATO und befreundeten Nachbarländern. Viele Jahre über begleitete er bei Volkstrauertagen mit den Reservisten die Trauerfeiern an den Kriegsgräberstätten in Gmund und Dürnbach. Außerdem war er von 1981 bis 1993 2. Vorstand des Veteranen- und Kriegervereins Schliersee und von 2012 bis 2015 der 1. Vorstand. Seit dem Jahr 2012 ist er Schriftführer und Museumsführer im Bergbauernmuseum Hausham.

Dr. Albert Engl

Dr. Albert Engl engagiert sich in vielfältigsten Bereichen der Pfarrgemeinden und der politischen Gemeinde Warngau. Er trägt auch, so hört man, den Spitznamen „Mister Ehrenamt“. Von 1988 bis 2014 war er im Pfarrgemeinderat von Ober- und Osterwarngau und von 1988 bis 1994 war er dort auch der 1. Vorsitzende. Von 2001 bis 2014 hatte er das Amt des Schriftführers inne und war zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Pfarrverbandes. Außerdem ist er seit fast 35 Jahren aktives Mitglied im Kirchenchor. Im Jubiläumsjahr 2004 - zum 1200 jähriges Bestehen der Taufpfarrei St. Johannes Oberwarngau - hat er federführend eine umfangreiche Chronik über die Jahrhunderte in Warngau erstellt. In den vergangenen zehn Jahren hat er maßgeblich daran gearbeitet, dass das umfangreiche Archiv der Pfarrei Oberwarngau St. Johannes mit ihrer komplexen Geschichte gesichtet, sortiert, mit einem „Findebuch“ katalogisiert, weiterhin gepflegt und fortgeführt wird. Außerdem war er auch bei der Renovierung von vielen kirchlichen und historischen Gebäuden im Gebiet des Pfarrverbandes Warngau aktiv. Durch seine Initiative hat heute jedes renovierte Gebäude einen informativen und professionell gestalteten Kirchenführer. Ein weiteres Projekt, das er auf den Weg gebracht hat, war die Ausstellung des Kunstmalers Jilke aus Warngau im Jahr 2010.

Matthias Striebeck

Er wurde nach seinem Theologiestudium im Jahre 2000 als evangelischer Pfarrer ordiniert. Seit dem Jahr 2005 arbeitet er gemeinsam mit seiner Ehefrau im Landkreis Miesbach in der Kirchengemeinde Neuhaus. Seine Frau leitet dort das Pfarramt – und er arbeitet dort als ehrenamtlicher Pfarrer und leistet dabei die gleiche seelsorgerische Tätigkeit wie ein hauptamtlicher Pfarrer. Begleitend zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Pfarrer übt er seit dem Jahr 2000 die wichtige Funktion eines Notfallseelsorgers aus, zuerst im Landkreis Rosenheim und seit 2005 im Landkreis Miesbach. Seit 2010 ist er Dekanatsbeauftragter für Notfallseelsorge in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach. Im Jahr 2000 wurde er dann auch Mitglied im Kriseninterventionsdienstes KID des Bayerischen Roten Kreuzes. Seit Einrichtung des Arbeitskreises Asyl im Frühjahr 2012 im Landkreis Miesbach ist er auch hier engagiert. Ebenso ehrenamtlich ist er Dekanatsbeauftragter für die Verkündigung in den privaten Medien - z.B. Koordination der Andachten für Radio Alpenwelle. Außerdem war er drei Wahlperioden (von 2009-2014) Vorsitzender des Fördervereins der Anton-Weilmaier-Schule, Sonderpädagogisches Förderzentrum in Hausham. Von 2011 bis 2014 gehörte Striebeck als beratendes Mitglied für die evangelische Kirche dem Jugendhilfeausschuss des Landkreises Miesbach an.

Wolfgang Magath

Die Schützengesellschaft Gmund-Dürnbach ist eine der aktivsten Vereine in der Gemeinde Gmund und Wolfgang Magath war dort von 1978 bis 1983 Jugendleiter. 1984 übernahm er das Amt des Schützenmeisters, das er ununterbrochen bis heute ausübt. Als Schützenmeister ist er der 1. Vorsitzende und leitet damit den Verein mit allen Aufgaben eines Vorstandes. Neben seinen Aufgaben als 1. Vorsitzender ist er als Schützenmeister zusätzlich für die Einhaltung und Überwachung des Schießstandes zuständig und damit verantwortlich für die Sicherheit. Er organisiert jedes Jahr die Kleinkaliber- und die Luftgewehrschießen. Außerdem ist Magath auch für die jährlich stattfindenden Vereinsmeisterschaften verantwortlich. Das jährliche Königschießen und Kirtaschießen sowie die Gemeindemeisterschaft werden ebenfalls unter seiner Leitung durchgeführt. Außerdem kümmert er sich seit vielen Jahren um die Flohmärkte, die jeweils einmal im Jahr in der Schießstätte und einmal jährlich beim Gmunder Sommerfest „Uferlos“ zu Gunsten des Vereins stattfinden. Bis zum Jahr 2014 organisierte er auch die jährlichen Schützenausflüge in das In- und Ausland.Unzählige Arbeitsstunden hat er ehrenamtlich für den Bau eines Vereinsheimes eingebracht.

Margarethe Höß

Sie ist im Jahre 1985 nach Irschenberg gezogen. Als Gattin des damaligen Bürgermeisters hatte sie eine starke Nähe zu den Gemeindebürgern und daher mitbekommen, dass es in der Gemeinde ältere, einsame Seniorinnen und Senioren gibt, die Zuspruch und Unterstützung benötigen. Von der Idee getragen uneigennützig zu helfen, begannen sie dann auf eigene Faust, verschiedene hilfebedürftige Personen im gesamten Gemeindebereich zu unterstützen und überbrachte z. B. auch an Weihnachten einsamen Seniorinnen und Senioren ein Präsent. Im Jahre 2002 wurde sie zur 1. Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates gewählt und gleichzeitig übernahm sie sofort die Seniorenbetreuung. Sie ist der Motor und das Gesicht für die monatlichen Seniorentreffen, organisiert Ausflüge und Seniorennachmittage mit Vorträgen, Unterhaltung, Lebenshilfe und Geselligkeit. Außerdem gestaltet sie jedes Jahr den Stehempfang für die Firmlinge und hält stets gute Kontakte zu allen Ortsvereinen.

Theresia Gasteiger

Das ehrenamtliche Engagement von Theresia Gasteiger erstreckt sich über verschiedene Bereiche und beginnt im Jahre 1972 als Ortsbäuerin. Dieses Amt hatte sie 20 Jahre inne. Gleichzeitig war sie in diesen zwanzig Jahren auch die 2. Vorsitzende des Dorfhelferinnenvereins Parsberg-Niklasreuth, der in Notfällen eine zuverlässige und kompetente Aushilfe organisierte. Sie hatte als 2. Vorsitzende die Verantwortung für die Organisation und den Einsatz der Helferinnen und Helfer. So konnten bei Arbeitsspitzen und bei krankheitsbedingten Ausfällen des Bauers oder der Bäuerin auf diese Helfer und Helferinnen zurückgegriffen werden. Von 1992 bis 2009 war sie die Vorsitzende des Müttervereins Niklasreuth, der sich zum Ziel gesetzt hat, für ein friedvolles, christliches Miteinander zu sorgen. Der alljährliche Adventsmarkt des Müttervereins, der durch sie ins Leben gerufen und von ihr 17 Jahre organisiert wurde, ist heute von Niklasreuth nicht mehr wegzudenken. Während ihrer Amtszeit konnten Menschen, die in finanzielle Not geraten sind, mit Geldbeträgen aus den Markterlösen unterstützt werden. Von 1998 bis 2010 war sie Pfarrgemeinderatsmitglied und unterstützte die Seelsorger in deren Aufgaben. Außerdem war sie von 1954 bis 2016 Sängerin und Notenwart beim Kirchenchor Niklasreuth und ist zudem seit 1996 Lektorin bei den Gottesdiensten und liest regelmäßig die Schriften und Fürbitten. Im Jahr 2011 hat sie den Aufbau und die Gründung eines Dorfmuseums in Niklasreuth in Angriff genommen, das die Erinnerung an längst vergessene oder mittelerweile überflüssige Berufe für die Nachwelt bewahren soll.