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21.02.2017

Fachmesse zeigt großen Bedarf für ökologische Lebensmittel

Besuch auf der Messe Biofach: Die Standortmarketing Gesellschaft (SMG)– zuständig für die Öko-Modellregion Oberland – hatte einen Besuch auf der Fachmesse in Nürnberg organisiert. Der Landkreis Miesbach war vertreten durch Landrat Wolfgang Miesbach, Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, die Bürgermeister Klaus Thurnhuber, Georg Kittenrainer, Jens Zangenfeind und verschiedene Experten.

Auf der Tagesordnung stand auch ein intensives Treffen mit dem Bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Der CSU-Politiker sieht in einer ökologischen, nachhaltigen Landwirtschaft noch großes Wachstumspotential und fördert diese.

Landrat Wolfgang Rzehak zieht eine sehr positive Bilanz des Treffens mit dem Landwirtschaftsminister: „Helmut Brunner ist aus meiner Sicht der erste Landwirtschaftsminister in Bayern, der es wirklich ernst meint mit einer ökologischen nachhaltigen Landwirtschaft. Er setzt sich ebenso für den Erhalt der Familienbetriebe ein. Ich bin sehr froh, dass wir hier so viele gemeinsame Positionen haben, denn die Landwirtschaft in unserem Landkreis ist kleinteilig geprägt – im Durchschnitt haben die Höfe weniger als 30 Kühe“, so Landrat Rzehak.

 Der Anteil der Bio-Bauern im Kreis ist in der Amtszeit von Rzehak weiter gestiegen, von 26 auf 30 Prozent. Auch hier gibt es große Übereinstimmung mit dem Landes-Landwirtschaftsminister, dieser möchte den Anteil noch weiter ausbauen.

 Außerdem macht sich der Minister – wie der Landrat – für erzeugernah hergestellte Produkte und für regionale Kreisläufe stark. Brunner hat dazu das Siegel „Bio-Bayern“ geschaffen. Es geht weiter als viele ähnliche Auszeichnungen. „Statt Bio-Siegel an Produzenten aus dem Ausland zu vergeben, wo wir die Herkunft kaum prüfen können“, so der Minister, „konzentrieren wir uns auf Premium-Produkte und fördern den Bio-Anbau in der Region“. Damit werde auch die Wertschöpfung in der bayerischen Landwirtschaft behalten.

Markt für Bio-Lebensmittel wächst stark

Der Markt für umwelt-freundlich hergestellte Lebensmittel ist auch im Jahr 2016 wieder stark gewachsen, der Zuwachs lag bei 10 Prozent. Bei den Anbietern haben am meisten die Vollsortimentierer profitiert. Die private Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt weiter stark an, sie machen bereits 5 Prozent des Gesamtmarktes aus. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Bio-Lebensmittel im Jahr 2016 lagen bei circa 117 Euro, davon wurden 35 Euro im Naturkostfachmarkthandel ausgegeben.

 Die Gruppe aus Miesbach informierte sich auch über mit der Öko-Modellregion vergleichbare Angebote und kompatible Produkte. Auf besonders großes Interesse stieß der Steinwald-Burger: Hier werden auf landwirtschaftlichen Fläche, die sonst vermutlich aufgelassen würden, Rinder aus alten Rassen mit geringerem Fleischertrag gehalten. Diese werden dann zu relativ guten Preisen von einem Unternehmen abgenommen, die sie zu hochwertigen Burgern verarbeitet. Ein Direktvertrieb sorgt dafür, dass die Kosten im Rahmen bleiben.