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23.04.2019

Fledermaushotel für neue Gäste eröffnet

Direkt an der Mangfall hat ein neues Hotel eröffnet: In Thalham wurde eine alte Netztrafo-Station als Unterkunft für die Insektenfresser eingerichtet. Landrat Wolfgang Rzehak hat das für den Naturschutz wichtige Projekt heute zusammen mit Vertretern der Stadtwerke München freigegeben. Die Tiere nehmen die Unterkunft an: Erste Fledermäuse schliefen jetzt schon in dem alten Haus.

„Dieses Projekt zeigt doch: Stadt und Land sind keine Gegner“, sagte der Landrat, während er symbolisch das Schilde mit dem Text „Das Fledermaushotel Neumühle“ anschraubte. Rzehak erinnerte daran, dass die Stadtwerke die ökologische Landwirtschaft stark unterstützen würden. Auch darum sei der Landkreis Miesbach mit seinen 1.066 landwirtschaftlichen Betrieben so stark vom Öko-Landbau geprägt. Rund ein Drittel der Höfe sind diesen Grundsätzen verpflichtet, das ist der höchste Wert in ganz Bayern. Landrat Wolfgang Rzehak meinte, dass die Stadt München für hiesige Bauern noch stärker als Absatzmarkt genutzt werden könne. Ein Weg dahin sein eine stärkere Direktvermarktung von Lebensmitteln und Produkten.

Kein Ergebnis gefunden.

Helge-Uve Braun, der Geschäftsführer der SWM Infrastruktur GmbH sagte: „Die Einrichtung diese Fledermaushotel ist für uns ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz. Die Stadtwerke sehen sich fest verwurzelt in der Region. Auch dies ist ein klares Signal: Wir stehen zum Landkreis Miesbach. Braun wies darauf hin, dass die Stadtwerke schon konkret weitere Projekte vorbereiten würden, etwa im kulturellen Bereich.

Der Naturschutzreferent der unteren Naturschutzbehörde, Florian Busl, wies auf den besonderen Wert des Gebäudes hin. Ehemalige Trafostationen sind meist Türme, die nach ihrer Nutzung abgebrochen würden. Doch diese Station hat einen richtigen Dachboden – das macht sie für Fledermäuse attraktiv- „Die naturnahen Wälder beherbergen viele Insekten, außerdem ist das Hotel direkt an der Mangfall, die auch Lebensraum vieler Insekten ist. Fledermäuse lieben Leitlinien, sie fliegen am Fluss entlang“, so der Referent.

Viele Fledermäuse sind Kulturfolger

Es gibt in Bayern 20 Arten von Fledermäusen. Manche sind Spalten-Bewohner, wie die Bart- oder Zwergfledermäuse. Doch viele Fledermausarten seien eigentlich Höhlenbewohner, ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet. Doch in unseren Breitengraden sind Höhlen zu kalt. Die Fledermäuse konnten darum hier vor Jahrhunderten nur heimisch werden, weil sie Dachböden nutzen können. „Dachböden sind nichts anderes als warme Höhlen, so Busl. Damit sich der Dachboden schön erwärmt, wurde das Dach der alten Trafostation auch schwarz angestrichen. Viele der altmodischen Dachböden, die Heimat für Fledermäuse waren, werden heute genutzt oder wärmegedämmt.

Florian Busl hofft: Besonders die kleine Hufeisennase nimmt das Angebot an. Diese Art war einst in ganz Bayern verbreitet. Doch Anfang der 70er Jahre brach die Population stark ein. Es wird vermutet, wegen des Einsatzes von chlorierten Kohlenwasserstoffen und DDT. Etwa seit Beginn der 1990er Jahre haben sich die Bestände aber wieder erholt. Momentan gibt es 13 nachwuchsproduzierende Quartiere in Südbayern. Und möglicherweise in einigen Jahren das vierzehnte im Fledermaushotel Neumühle.