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27.07.2021

Gewitter wüten im Landkreis - Landratsamt stellt Vorstufe zum Katastrophenfall fest

 

Der Sommer der Gewitter hat nun auch den Landkreis Miesbach zum ersten Mal schwerer getroffen: Am Montagabend wurde ein Streifen zwischen Darching (Gemeinde Valley) und der Landkreisgrenze in Irschenberg verwüstet. Auch die Gemeinden Warngau und Weyarn wurden schwer getroffen. Anwohner berichten von über 40 Litern Regen, die innerhalb von knapp 20 Minuten niedergegangen sind. Hagel und Sturmböen richteten Schäden in noch unbekanntem Ausmaß an.

25 der 36 Feuerwehren im Landkreis wurden in den Landkreis-Norden alarmiert. Unterstützung kam von den Feuerwehrverbänden der Landkreise München und Rosenheim mit je einer Wehr. Für das THW wurde Vollalarm für alle Kräfte im Landkreis ausgelöst. Auch das BRK war im Krisenstab, sowie mit der Unterstützungsgruppe und einer Verpflegungs-Einheit dabei. Bei der Feuerwehr Holzkirchen wurde zur Entlastung der Integrierten Leitstelle Rosenheim eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die die Koordinierung der zahlreichen Einsätze vor Ort übernahm. Insgesamt arbeiteten 608 ehrenamtliche Helfer alle Einsätze ab.

Das Landratsamt stellte um 22:09 Uhr Artikel 15 Katastrophenschutzgesetz fest – die Vorstufe zum Katastrophenfall. Die Feststellung dieses Artikels befähigte Kreisbrandrat Anton Riblinger zum Örtlichen Einsatzleiter. Er hat damit weitreichende Kompetenzen und kann Einsatzkräfte überörtlich besser koordinieren. Er wurde von seiner Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter unterstützt, die beispielsweise eine Lagekarte über alle größeren Einsätze führte. Um 0:40 Uhr in der Nacht wurde Artikel 15 BayKSG wieder aufgehoben. 

Zahlreiche kleinere Straßen mussten wegen Überflutungen lokal gesperrt werden. Die Bundesstraße B318 in Warngau und die Kreisstraße MB 17 bei Thalham waren gesperrt, die Autobahn A8 wegen eines Hagelsturms kaum befahrbar. Bei Oberwarngau und am Weyarner Berg gingen kleinere Muren ab.

Zirka 70 Keller mussten ausgepumpt werden. Das Wasser floss teilweise knietief auf den Straßen. Es wurden Vorbereitungen getroffen, die Bewohner mehrerer Ortsteile in der Gemeinde Weyarn zu evakuieren. Glücklicherweise musste von diesen Vorbereitungen kein Gebrauch gemacht werden und alle Bewohner blieben in ihren Häusern.

Gerade im Hinblick auf die Gewitter, die heute und in den kommenden Tagen vorhergesagt werden, bittet das Landratsamt alle Bürgerinnen und Bürger ganz eindringlich darum, Vorsicht walten zu lassen, Häuser und Keller zu sichern und sich selbst nicht in Gefahr zu begeben!