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30.04.2019

Landrat trifft Oberland-Initiative für Ökologie & Verkehr

Landrat Wolfgang Rzehak hat sich zu Beratungen mit der neuen Oberland-Initiative für Ökologie & Verkehr getroffen. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von neun Bürgerinitiativen, Verbänden und Vereinen aus dem Oberland. Bürgerinnen und Bürger aus den Landkreisen Miesbach, Bad-Tölz – Wolfratshausen und Weilheim-Schongau bündeln hier ihre Interessen. Mit dem Landrat und den Experten waren sich die Bürger in vielen Punkten einig, etwa in der Ablehnung von Umgehungsstraßen oder bei der Notwendigkeit von ganzheitlichen Verkehrskonzepten für das Oberland.

„Es ist erfreulich, wenn sich so viele Bürgerinnen und Bürger zusammenschließen und dann Ziele vertreten, die auch von der Landkreisverwaltung und den regionalen Politikern getragen werden“, sagte der Landrat in dem Gespräch. Rzehak erinnerte an den Beschluss des Kreistages von Ende März, wonach die Verwaltung über einen Beitritt zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) verhandeln soll – so wie es auch die Initiative fordert. Unter dem Motto „1 Netz. 1 Fahrplan. 1 Ticket“ soll besonders der Verbundgedanke betont werden. Ein Problem wird hier bereits angesprochen. In dem Beschluss hieß es: „Ansprechpartner ist (…) auch der Freistaat Bayern, insbesondere hinsichtlich der Finanzierbarkeit.“ Die Gesamtkosten für Durchtarifierungs- und Harmonisierungsverluste belaufen sich nach Schätzungen des MVV für den Landkreis auf jährlich 2,2 bis 3 Millionen Euro.

Kein Ergebnis gefunden.

„In der Verkehrspolitik brauchen wir ein grundsätzliches Umdenken der Bayerischen Landesregierung“, sagte Landrat Rzehak, „wir müssen weg von der starken Überbetonung des Autoverkehrs, hin zu einer gleichmäßigen und gerechten Berücksichtigung aller Verkehrsträger. Auch wenn man sich mit solchen Aussagen nicht nur Freunde macht: Ich sehe Umgehungsstraßen kritisch! Oft bringen sie nicht den erhofften Nutzen, der Flächenverbrauch ist groß. Mit den hohen Kosten für nur eine einzige Umgehung kann man sinnvollere Angebote im Schienennahverkehr schaffen, wie kürzere Taktzeiten, eine vollständige Elektrifizierung der BOB oder billigere Fahrpreise“, so der Landrat.

Die gleichen Forderungen unterstützt auch die Oberland-Initiative für Ökologie & Verkehr. Unter der Überschrift „Erhalt von Lebensräumen“ fordern sie die „Vermeidung von Flächenversiegelung und Flächenfraß durch neue Ortsumfahrungen“. Sie möchte außerdem „Bahn-Express-Verbindungen zwischen dem Oberland und München“.

Ein Verkehrskonzept solle nicht an den Landkreisgrenzen stoppen – so möchte die Initiative gerne zusammenhängende Fahrradnetzwege erreichen. Verkehrsprojekte sollten landkreis-übergreifend geplant werden, gerade auch bei der Realisierung der Handlungsempfehlungen aus dem neuen Strukturgutachten der Region 17.

Die Oberland-Initiative möchte eine enge Zusammenarbeit der Landkreise und des Freistaats erreichen, bei der „Definition von Verkehrs- und Umweltzielen sowie in der Umsetzung von Ausbaumaßnahmen. (…) Umwelt und Verkehr machen nicht an Landkreisgrenzen halt!“, heißt es weiter.