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24.02.2020

Landrat unterstützt Lehrerinnen und Lehrer

Landrat Wolfgang Rzehak hat den Lehrerinnen und Lehrer der Grundschulen, Mittelschule und Förderschulen seine Unterstützung gegen die Sparpläne des bayerischen Kultusministeriums zugesagt. Kultusminister Michael Piazolo hatte Maßnahmen angekündigt, um „eine sichere Unterrichtsversorgung“ zu gewährleisten.

Alle Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer sollen von September an fünf Jahre lang eine Wochenstunde mehr unterrichten. Später soll diese über ein Arbeitszeitkonto wieder ausgeglichen werden. Frühzeitige Pensionierungen oder Sabbatjahres seien nicht mehr möglich. Vertreter der Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes bezeichneten dies als „politische Verzweiflungstat“.

Markus Schäffner, Markus Rewitzer und Jochen Fischer vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV – Kreisverband Miesbach – hatten sich mit Landrat Wolfgang Rzehak getroffen, um ihre Positionen zu verdeutlichen. In einem Schreiben hatten sie formuliert: „Statt Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Berufsbilder Grund- und Mittelschullehrkraft auszurufen, wird nun die Lehrerschaft in einer Art und Weise belastet, die einer politischen Verzweiflungstat gleichzusetzen ist. Seit Jahren weisen wir (…) auf die unzureichende Lehrerversorgung an den Grund und Mittelschulen in Bayern hin. (…) Zudem wurde bestens ausgebildetes Personal jahrelang für die Grund- und Mittelschulen nicht übernommen und einer rigiden Sparpolitik geopfert (…) Die Lücken in der Lehrerversorgung an den Grund-, Mittel- und Förderschulen lassen sich ab jetzt nicht mehr schönreden“.

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Nach den Plänen des Ministeriums sollen Lehrer in Teilzeit an Förderschulen mindestens 23 Stunden, an Grund- und Mittelschulen mindestens 24 Stunden unterrichten. Lehrer dürfen erst mit 65 Jahren vorzeitig in Ruhestand gehen, Sabbatjahre werden nicht mehr genehmigt. Aufstocken müssen alle, die bisher in Teilzeit arbeiteten, aber keine Angehörigen pflegen, keine Kinder erziehen und noch kein Recht auf Altersteilzeit haben. Bisher galt ein Minimum von acht Stunden pro Woche.

Für Markus Schäffner, 1. Vorsitzender des BLLV-Kreisverbandes Miesbach, sind dies keine tauglichen Maßnahmen. „Die besten Lehrer gehören an die Grundschule. Hier wird die Basis gelegt für späteren Bildungserfolg“, meinte er, „es fehlt ein langfristiger Plan. Immer werden nur Löcher gestopft, um den Lehrermangel kurzfristig zu beheben“.

Markus Rewitzer ergänzte: „Zu Schuljahresbeginn wird rituell darauf hingewiesen, dass ausreichend Lehrer vorhanden seien“. Er warnte vor einem langfristigen Ausfall von Lehrerinnen und Lehrern: „Vor allem ältere Lehrkräfte werden belastet, die oft keine Kraft mehr haben. Wir als Flächenlandkreis leisten uns den Luxus, viel kleine Schulen in der Fläche zu erhalten“. Nach seiner Meinung ist eine Bezahlung der Lehrkräfte nach der Gehaltsstufe A 13 „längst überfällig“.

Landrat Wolfgang Rzehak sagte: „Durch eine Erhöhung der Unterrichtsstundenzahl gerade der älteren Lehrkräfte droht ein längerer Ausfall der Lehrer. Dies würde zu einer Verschlechterung des Unterrichts führen. In Sonntagsreden werden die Grundschule, die Mittelschule und die Förderschule unterstützt. In Wirklichkeit ist es nicht so. Wertschätzung drückt sich auch durch Bezahlung aus. Wir werden im Landkreis Miesbach auf Dauer die kleinen Schulstandorte nicht halten können, wenn nicht taugliche Maßnahmen gegen den Lehrermangel gefunden werden“.