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20.01.2017

Masern keine harmlose Krankheit

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. In Bayern erkranken zunehmend auch Jugendliche und junge Erwachsene an der gefährlichen Infektionskrankheit. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege führt daher im Januar und Februar 2017 eine bayernweite Aufklärungskampagne zum Thema Masernimpfung für Erwachsene durch. Gerade Jugendliche und Erwachsene sind oft nicht ausreichend geimpft. Der Fachbereich Gesundheit im Landratsamt Miesbach beteiligt sich an der Aufklärungskampagne.

Die Kampagne „Masern – keine harmlose Kinderkrankheit“ ist in dieser Woche gestartet. Das Ministerium hat unter www.schutz-impfung-jetzt.de eine Seite eingerichtet. Auf der Seite ist auch ein preisgekrönter Spot zum Thema Masernimpfung für Erwachsene zu sehen. Gezeigt wird er im Internet und vier Wochen lang bayernweit auf Bildschirmen in Bahnhöfen des Fern- und Nahverkehrs und in Einkaufszentren, im Fernsehen sowie in München in der U-Bahn und in der Tram.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte: "Masern sind eine hochansteckende Krankheit, die gerade auch bei Erwachsenen einen sehr schweren Verlauf nehmen kann. In vielen Fällen ist sogar ein Krankenhausaufenthalt nötig. Es kann zu gravierenden gesundheitlichen Spätfolgen kommen. Nur wer geimpft ist, schützt sich und andere.“

Impfen schützt

Die Impfung schützt vor den Masern und möglichen Komplikationen. Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, sollten dringend ihren Masernimpfschutz überprüfen lassen: Wenn Sie gar nicht oder nur einmal im Kindesalter geimpft wurden, sollten Sie die Impfung nachholen. Das gleiche gilt bei unbekanntem Impfstatus, etwa wenn der Impfausweis nicht mehr aufzufinden ist. Eine Impfung verhindert auch die Verbreitung des Virus und damit die Ansteckung. Dies ist besonders wichtig für den Schutz von Säuglingen, die zu jung für die Impfung sind, und schwere Komplikationen bei einer Masernerkrankung erleiden können. Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Kinder ab elf Monaten eine zweimalige Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln, bei früherem Kita-Besuch bereits ab neun Monaten. Eine individuelle Beratung kann beim Haus- oder Kinderarzt erfolgen.

Der Fachbereich Gesundheit im Landratsamt Miesbach berät während der Kampagne verstärkt zur Masernimpfung sowie zu weiteren Impffragen. Auch weitere Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) wie viele niedergelassene Ärzte, Betriebsärzte und Apotheker stehen während der Kampagne für Impffragen im besonderen Maße zur Verfügung.

Über die Masern

Masern gehören zu den ansteckendsten Viruskrankheiten. Weltweit sind Masern eine führende Todesursache bei Kindern, obwohl seit 40 Jahren ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. Noch im Jahr 2003 starben weltweit mehr als eine halbe Million Menschen an Masern – meist Kinder. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sank die Zahl der Todesfälle bis 2014 auf 114.900 Schicksale – ein großer Erfolg der Impfung.

Die Krankheit beginnt typischerweise mit grippeähnlichen Symptomen. Nach einigen Tagen entwickelt sich der typische Ausschlag. Masern führen zu einer vorübergehenden Immunschwäche. Andere Infekte wie Lungen- oder Mittelohrentzündungen sind die Folge. Selten tritt eine Gehirnentzündung auf, die zu dauerhaften Schädigungen und schlimmstenfalls bis zum Tod führen kann.