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23.04.2019

Naturschutzwächter kann ein Boot nutzen

Der Naturschutzwächter, der im Auftrag des Landratsamtes Miesbach am Tegernsee unterwegs ist, kann in dieser Saison auch ein Boot benutzen. Das Landratsamt darf ein Motorboot der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen mitbenutzen. Nun kann er auch von der Wasserseite aus überwachen, ob die Schutzzonen eingehalten werden am Tegernsee gibt es sieben geschützte Zonen. Im Schilf brüten hier Wasservögel oder andere Tiere suchen Schutz. Diese Zonen sind mit Bojen abgetrennt, ein Betreten ist vom 1. April bis 30. September eines jeden Jahres verboten.

Landrat Wolfgang Rzehak freute sich, dass sich beide Behörden über einen Vertrag einigen konnten: „Es ist wichtig, dass wir keine Ressourcen verschwenden. Wir teilen uns die Kosten zu je 50 Prozent. Es wäre schade, wenn wir ein eigenes Boot hätten kaufen müssen, denn wir sind ja beide für den Staat tätig.“ Der Naturschutzwächter soll sich besonders darum kümmern, dass die ökologisch wichtigen Schilfzonen am Seeufer respektiert werden. Seit dem 1. April gilt hier ein Betretungsverbot.

Bisher konnte er Bürgerinnen und Bürger nur von der Landseite ansprechen und informieren. Nun kann er auch auf der Wasserseite an Schwimmer oder Wassersportler herantreten. Diese sollten sich auch von brütenden Tieren fernhalten, da diese zu dieser Zeit ihr Revier verteidigen.

Kein Ergebnis gefunden.

Zur Markierung der geschützten Zonen hatte das Landratsamt 60 Bojen im Tegernsee ausgebracht. Der See hat eine Uferlinie von 21 Kilometern, es gibt sieben geschützte Schilfzonen. Sie machen 17 Prozent der Uferlinie aus. Der Naturschutzwächter arbeitet 25 Stunden im Monat. Er berichtet, dass die meisten Nutzer die Regeln einhalten würden, doch mit einem Boot könne er noch besser Präsenz zeigen. Viele Verstöße geschähen auch unwissentlich. Das Wasserfahrzeug ist ein vier Meter langes Aluminium-Boot mit einem 20 PS-Außenbordmotor.

Der Grundeigentümer des Tegernsees mit allen Nutzungen wie Stegen und Bojen ist in privatrechtlicher Hinsicht die Seenverwaltung. Das Landratsamt Miesbach ist in öffentlich-rechtlicher Hinsicht für den Naturschutz und das Wasserrecht zuständig. Der Naturschutzwächter kontrolliert den See regelmäßig auf Veränderungen. Einige Mitarbeiter des Landratsamtes sollen nun ebenfalls geschult werden, damit sie das Boot nutzen können.

„Wir haben außerdem eine umfassende Kooperation vereinbart“, berichtete der Abteilungsleiter Umwelt, Dr. Thomas Eichacker, „dies umfasst regelmäßige Treffen und Informationsaustausche. Schließlich tragen beide Behörden gemeinsam Verantwortung für unseren Tegernsee“.