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14.09.2020

Solarpotentialkataster für den Landkreis Miesbach startet

Kostenloser Service zur Nutzung von Sonnenenergie

Der Solarpotentialkataster für den Landkreis Miesbach ist startklar: Ab sofort können interessierte Bürger per einfachem Maus-Klick herausfinden, ob ihr Haus für eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage geeignet ist. Denn Studien haben gezeigt: Das Potential der Sonnenenergie wird im Landkreis bisher bei weitem nicht genutzt. 

Der Landkreis hat sich als Gründungsstifter der Energiewende Oberland dem Ziel angeschlossen, die Region bis zum Jahr 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auf der Nutzung der Solarenergie im Gebäudebereich. Der Solarpotenzialkataster setzt genau hier an: Mit diesem neuen Service des Landkreises bekommen Bürger mit wenig Aufwand schnell einen ersten Eindruck, ob sich die eigene Dachfläche für eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage eignet.

Die Auswertung aus der Erstellung des Katasters hat ergeben, dass ca. 59 % der Dachflächen im Landkreis für die Nutzung von Solarenergie geeignet wären. Derzeit werden aber nur 4,9 % davon zur Stromerzeugung genutzt. „Es ist noch viel Luft nach oben! Ziel ist es, den Zubau von Solaranlagen mit Hilfe des Katasters zu steigern“, sagt Landrat Olaf von Löwis.

Der Kataster ist im Aktionsplan Klimaschutz des Landkreises festgeschrieben. Außerdem setzten sich der „Arbeitskreis Tegernseer Tal Energie und Klimaschutz (ATTEK)“ und die Bürgermeister des Tegernseer Tals für die Schaffung des Katasters ein.

Umgesetzt wurde der Kataster von der Firma „Tetraeder.solar“. Die Basis sind Laserscandaten, die alle paar Jahre bei Befliegungen durch das Vermessungsamt gesammelt werden. Diese werden in Zusammenhang mit Einstrahlungsverlauf und Verschattungen gebracht. Somit erhält man für jede Dachfläche eine Aussage über die Eignung für eine Solaranlage.

Die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Veronika Halmbacher, erklärt die Funktionsweise des Solarpotentialkatasters: „Um zu seinem Haus zu gelangen, muss man auf einer Karte seine Heimatgemeinde auswählen. Dann gibt man seine Adresse ein und es wird das eigene Haus angezeigt. Die Dachfläche ist je nach Eignung für die Nutzung von Solarenergie eingefärbt. Man erhält auch hier gesondert eine Einschätzung zur Eignung für Photovoltaik und Solarthermie. Als nächstes kann man sich die Anlage konfigurieren und die Planung simulieren. Dazu muss man einige Angaben machen, wie private oder geschäftliche Nutzung, jährlicher Stromverbrauch, Nutzung von Solarthermie, Platzierung der Module oder Integration eines Stromspeichers. Danach erhält man die Kosten für die konfigurierte Anlage. Nun kann man noch den Eigenanteil an der Investition eingeben und kann so sehen, wie lange es dauert, bis sich die Anschaffung rechnet. Die Ergebnisse können als PDF ausgedruckt werden und sind die Grundlage für eine konkrete Angebotseinholung bei den Handwerksfirmen. Weiterhin gibt es einen Teil mit Fragen und Antworten rund um die Entstehung des Katasters, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen, Denkmalschutz und Brandschutz. Auch ein Teil mit Tipps zur Planung einer eigenen Anlage sind im Kataster enthalten. Wichtig: All das ersetzt keine detaillierte Fachplanung. Aussagen zur Tragfähigkeit von Dächern können beispielsweise nicht gemacht werden.“

Der Kataster ist ab sofort unter www.solare-stadt.de/kreis-miesbach/ abrufbar.