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14.12.2016

Tegernsee-Schliersee ist Drehort des Jahres

„Die Region bietet unglaubliche Landschaften“, schwärmte Staatsministerin Ilse Aigner. „Täler, Seen und Berge laden förmlich dazu ein, dort zu drehen.“ Das haben auch heuer wieder einige Regisseure getan und damit dazu beigetragen, dass die Alpenregion Tegernsee-Schliersee zum Drehort des Jahres 2016 gekürt wurde. Aigner überreichte Landrat Wolfgang Rzehak in der Münchner Residenz die Auszeichnung, die er stellvertretend annahm.

Regisseur Marcus H. Rosenmüller verlas auch Begründung der Jury. Der Haushamer, der den Landkreis und seine Menschen wie kaum ein zweiter Filmschaffender kennt, vertrat die verhinderte Schauspielerin Veronica Ferres. Er sorgte mit seinen lockeren Randbemerkungen zur offiziellen und „sehr sachlichen Begründung“ für Heiterkeit. Lobend hob er aus eigener Erfahrung hervor, dass die gesamte Region Dreharbeiten gegenüber sehr aufgeschlossen sei. Den Teams werde schnell und kompetent geholfen. „Dreharbeiten – das muss immer ein Miteinander mit den Leuten im Ort, in der Region sein“, so Rosenmüller, das funktioniere im Landkreis sehr gut.

Früher sei es nicht immer so einfach gewesen. Eine Begebenheit aus den Anfängen seiner Schaffenszeit hat den erfolgreichen Regisseur bis heute geprägt. Ein älterer Bayrischzeller hatte beim Dreh von „Wer früher stirbt ist länger tot“ eine aufwändige Szene gesprengt, weil er nicht bereit war, einige Minuten zu warten und trotz mehrmaliger Bitte, doch stehenzubleiben, durch den Set lief. „Jetzad nehmt’s eich ned ganz so wichtig“, sagte er zum perplexen Regisseur. Dieser Mann sei seitdem immer im Geiste bei Dreharbeiten dabei. „Das erdet ungemein“, erklärte Rosenmüller.

Preis ist Anerkennung und Werbung für die Region

Ja, so san‘s“, merkte Landrat Rzehak nach der Laudatio mit einem Lächeln an. „Nicht ganz ohne Stolz muss ich aber sagen, dass ich die Entscheidung der Jury gut verstehen kann, denn bei uns gibt es nicht nur wahnsinnig viele Motive, sondern auch eine professionelle Betreuung für Filmschaffende“, betonte Rzehak. „Für unsere Region ist dieser Preis eine wunderbare Anerkennung unserer Arbeit – und natürlich auch eine tolle Werbung.“ Mit den Filmen und Serien sei der Landkreis Miesbach in den Wohnzimmern und Kinosälen in Deutschland und Europa präsent.

Die Dreharbeiten brächten der Region auch wirtschaftliche Vorteile, betonte der Landrat. So käme Geld durch Übernachtungen, Mieten und Verpflegung in die Gegend. Auch nach den Dreharbeiten lockten die Drehorte Touristen an, die die Original-Schauplätze besuchen möchten.

Rzehak dankte der Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach (SMG) und der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), die das Potential der Region erkannt und die Filmregion Tegernsee Schliersee ins Leben gerufen haben. Einen jungen Mann hob der Landrat besonders hervor: Patrick Diel. Als Werkstudent bei der SMG hatte er die Internetseite der Filmregion erstellt, auf der sich Filmschaffende, aber auch Filmliebhaber über Drehorte in den verschiedensten Kategorien informieren können.

Der Preis „Drehort des Jahres“ wird von der Initiative Filmkulisse Bayern verliehen, die vom Film-Fernseh-Fonds Bayern zusammen mit der Bayern Tourismus Marketing GmbH ins Leben gerufen wurde. Eine Jury hatte die Alpenregion Tegernsee-Schliersee aus knapp 70 Drehorten in Bayern ausgewählt. Bedingung: Am entsprechenden Ort musste im aktuellen Jahr gefilmt werden. Gearbeitet wurde heuer meist in Bayrischzell. „Polizeiruf 110: Wölfe“ entstand dort, aktuell werden die Fernsehserie „Fünf vor Zwölf“ und der Thriller „Im Nesseltal“ gedreht. Zu den bekanntesten Werken aus der Region zählen die Fernsehserie „Ein Bayer auf Rügen“ mit Wolfgang Fierek, „Was machen Frauen morgens um halb vier?“ mit Brigitte Hobmeier, die Filmreihe „Frühling“ mit Simone Thomalla und Marcus H. Rosenmüllers „Wer früher stirbt ist länger tot“.