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15.10.2018

Untersuchungen bestätigen Keimbelastung

Das Trinkwasser am Brunnen Ostin wird seit Freitag, 12. Oktober 2018, 11:00 Uhr gechlort. Endgültige Untersuchungsergebnisse von Wasserproben haben nun bestätigt: Es liegt eine Keimbelastung vor. Es handelt sich um Coliforme Bakterien und Enterokokken.

Betroffen sind der gesamte Bereich Ostin, der Zentralbereich Gmund, der Bereich St. Quirin, der Bereich Papierfabrik Louisenthal und der Bereich bis Gut Kaltenbrunn.

Am Brunnen in Ostin des Wasserversorgungsvereins Gmund am Tegernsee (WVV Gmund) wurde eine mobile Chloranlage aufgestellt. Diese gibt per Injektionspumpe eine zur Fördermenge passende Menge an Chlor zur Desinfektion in das Wasser.
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse betreffen die Probe vom Montag, 8.Oktober 2018. Das endgültige Untersuchungsergebnis der Wasserproben vom Mittwoch, 10.Oktober 2018 steht noch aus. Aber auch hier zeigte ein Vorergebnis weiterhin ein Vorliegen von Coliformen Bakterien an. Das Ergebnis für Enterokokken wird für übermorgen erwartet.

Die Ursache der Keimbelastung wird derzeit noch untersucht. Die Dauer der Chlorung ist aktuell noch nicht sicher absehbar. Sie hängt im Wesentlichen von den weiteren Untersuchungsbefunden der täglichen Beprobung, von den Ursachen der Verkeimung und den gegebenenfalls erforderlichen
Sanierungsmaßnahmen ab.

Das Wasser muss trotz begonnener Chlorung weiterhin abgekocht werden. Die Abkochverfügung des Fachbereichs Gesundheit, Betreuung und Senioren
des Landratsamtes Miesbach wird erst aufgehoben, wenn in der gesamten Trinkwasserversorgung eine für die sichere Desinfektion ausreichende
Chlorkonzentration erreicht ist. Das Trinkwasser muss nachweislich keimfrei sein.

Grenzwert „Null“ für Enterokokken
Der Nachweis von Enterokokken zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine fäkale Verunreinigung an. Daher besteht auch die Möglichkeit, dass das Wasser mit krankmachenden Mikroorganismen verunreinigt ist. Dies können Bakterien, Viren, oder Parasiten sein. Für Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 0 in 100 Milliliter. Also dürfen Enterokokken in 100 Millilitern Wasser gar nicht nachweisbar sein.

Sobald Enterokokken im Trinkwasser festgestellt werden, sind sofortige Maßnahmen zur Wiederherstellung einer einwandfreien Trinkwasserqualität durch den Wasserversorger zu ergreifen. In diesem Fall ist eine Desinfektion des Trinkwassers mit geeigneten und zugelassenen Desinfektionsmitteln erforderlich, wie zum Beispiel Chlor.

Enterokokken können insbesondere bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr unter anderem Wundinfektionen oder Harnwegsinfektionen verursachen. Ein besonderes Risiko, an Enterokokken zu erkranken haben somit Personen mit geschwächtem Immunsystem, so wie ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit einer Erkrankung des Immunsystems.

Bei diesem Personenkreis sollte deshalb das Abkochgebot strikt eingehalten
werden.
Auch Coliforme Bakterien dürfen in 100 Milliliter Wasser nicht nachweisbar
sein. Nicht alle Coliformen Bakterien sind für den Menschen gefährlich und
Infektionen können auch völlig ohne Beschwerden verlaufen. Wie bei den
Enterokokken sind vor allem Personen mit geschwächtem Immunsystem
gefährdet. Bei einer Infektion kann es zu Durchfall, Bauchschmerzen,
Übelkeit und Erbrechen kommen.
Bei Auftreten wesentlicher gesundheitlicher Beschwerden sollte, wie auch
ansonsten empfohlen, der Hausarzt konsultiert werden.