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12.01.2017

Ursachen des Heizungsausfalls in der Traglufthalle

In der Nacht vom Freitag, 6. Januar 2017 auf den Samstag, 7. Januar 2017 wurde es kalt für die Asylbewerber in der Traglufthalle Holzkirchen: Eine Zusatzheizung sprang bei einer Außentemperatur von minus 24 Grad Celsius nicht wie geplant an. Das Technische Hilfswerk, Ortsverband Miesbach und das Bayerischen Rote Kreuz mussten einspringen. Das Landratsamt Miesbach und die Betreiberfirma PARANET-Deutschland GmbH haben sich nun gemeinsam auf Ursachenforschung begeben.

Eine erneute Überprüfung des getankten Betriebsstoff inklusive einer Bestätigung der Lieferfirma hat folgendes ergeben: Die Mitarbeiter des Landratsamtes haben Winterdiesel getankt. Dieser hat einen Cold Filter Plugging Point (CFPP-Wert) von minus 22 Grad. Dieser Wert beschreibt den Punkt, an dem Diesel „sulzig“ wird, danach ist er für eine Förderung mit einer Kraftstoffpumpe nicht mehr geeignet.

Der getankte Kraftstoff übertrifft damit den CFPP-Wert der Europäischen Norm 590 - Klasse F - sogar um zwei Grad Celsius. Gefordert sind nach dieser Klasse nämlich nur mindestens minus 20 Grad. Dies ist auch die höchste Klasse für Winterdiesel. Höhere Kategorien (null bis vier) gibt es nur für Polardiesel in arktischen Klimazonen.

Diese Informationen decken sich auch mit Aussagen von Mineralöl-Konzernen. Während Sommerdiesel bereits bei wenigen Minusgraden flockt, kann der herkömmliche Winterdiesel bis zu minus 22 Grad standhalten. Tankstellen bieten Winterdiesel von Mitte November bis Ende Februar für die Autofahrer an.

Ein im Freien ungeschützt und ungewärmt aufgestelltes dieselbetriebenes Aggregat kann bei Temperaturen unter 22 Grad minus störungsfrei und zuverlässig nur betrieben werden, falls eine Kraftstoffvorerwärmung genutzt wird oder gegebenenfalls Additive oder synthetische Kraftstoffen zugeführt werden. Dies sind Kraftstoffe beziehungsweise Kraftstoffzusätze, die es ermöglichen, ein solches Zusatzaggregat trotz extremer Witterungsbedingungen betreiben zu können.

Raphael Hock, Assistent der Geschäftsleitung bei der Berliner Herstellerfirma PARANET-Deutschland verwies dagegen auf die guten Erfahrungen, die die Firma an anderen Standorten gemacht hat. Hierzu erklärt er weiter, dass die Firma PARANET-Deutschland GmbH dafür sorge, dass alle eingesetzten Traglufthallen ganzjährig funktionierten und auch bei Wintereinbruch Kälte und Schnee Stand halten könnten. Dies stellen die Traglufthallen im süddeutschen Raum täglich unter Beweis, etwa in Unterhaching, Haar oder Rottach-Egern.

Bei extremen Minustemperaturen kann nur das Verwenden eines dieselbetriebenen Zusatzheizgeräts für ein angenehmes Raumklima oberhalb der 18 Grad Celsius sorgen. PARANET-Deutschland ist nachweislich der einzige Traglufthallenhersteller und -vermieter, welcher seinen Mietern und Nutzern kostenlos neue und hochwertige Zusatzheizgebläse zur Verfügung stellt. Diese wurden extra für solche Situationen angeschafft und auch in Holzkirchen zur Verfügung gestellt. Man distanziert sich von dem Hersteller und Betreiber der Traglufthalle in Grub, welcher nicht für etwaige Extremsituationen wie Minusgrade vorgesorgt habe. Dies spiegelt nicht den gebotenen sozialen Verantwortungsanspruch der Firma PARANET-Deutschland GmbH wider.

Zum Zeitpunkt des Ausfalls der Zusatzheizgeräte wurden nachts bis zu minus 26,5 Grad Celsius gemessen. Es kam zu einer Verstopfung des Filters. Eine Falschansaugung, Luft oder kurzzeitige Schlemgriesbildung durch falschen Kraftstoff können zu einem Ausfall der Zusatzheizung führen. Bei der Vorbereitung des regulären Heizbetriebs wurde ein extra großdimensionierter Industriebrenner eingesetzt, der eine durchgängige und stabile Wärmeversorgung garantiert. Die PARANET-Fachkräfte und Techniker waren regelmäßig vor Ort und prüften die Funktionalität der Anlagen.

 Zudem sind bei vielen PARANET-Traglufthallen zusätzliche technische Vorrichtungen vorgesehen, wie Begleitheizungen für Kraftstoffleitungen. Das Einsetzen von Begleitheizungen für die Kraftstoffleitung ist allerdings für ein Beheizen der Traglufthalle nicht zwingend erforderlich.

Die Firma PARANET bedauert den Vorfall und verspricht ihr Bestmögliches zu tun, um allen Hallen die gleiche Wärmeversorgung zu ermöglichen. Die PARANET - Care Dome - Traglufthalle ist eine schnelle, einfache und temporäre Lösung als Notunterkunft für die hohe Anzahl an Flüchtlingen aus dem Herbst 2015.