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09.07.2018

Waffenamnestie: Landratsamt gibt Abgabe-Zahlen bekannt

 Am 1. Juli 2018 ist eine Amnestie für illegalen Waffenbesitz ausgelaufen. Bis dahin konnten Waffen und Munition straffrei abgegeben werden. Nach Ende der Aktion zieht das Landratsamt Bilanz: Sehr viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Straffreiheit. Insgesamt wurde 285 Lang- und Kurzwaffen im Amt abgegeben, dazu rund 100 Kilo Munition.

Landrat Wolfgang Rzehak begrüßte das Ergebnis der Aktion als „einen wichtigen Zugewinn für die öffentliche Sicherheit im Landkreis Miesbach“.

„Wir können froh sein, dass nun mehrere Hundert Waffen vernichtet werden, bei denen die Besitzer möglicherweise nicht sachkundig waren. Es ist auch wichtig, weil nun keine Gefahr mehr besteht, dass andere hier unbeabsichtigt zugreifen können, zum Beispiel spielende Kinder“, so Landrat Wolfgang Rzehak. Der Landrat erinnerte daran, dass auch nach der Amnestie noch Waffen und Munition abgegeben werden können. Allerdings ist der unerlaubte Transport problematisch. Wer eine Waffe entdeckt – etwa auf einem Speicher oder diese in einem Nachlass bekommt – und sich über den Ladezustand im Unklaren ist, sollte die Waffe fotografieren und sich beim Landratsamt oder bei der Polizei melden. Die Behörden können Waffen oder Munition auch abholen.

Kein Ergebnis gefunden.

Die aktuelle Amnestie ging auf eine Änderung des Waffengesetzes vom 6. Juli 2017 zurück. Seit der Gesetzes-Novelle ist eine sichere Aufbewahrung gewährleistet, wenn Waffen und Munition in widerstandsfähigen Sicherheitsbehältnissen mit mindestens dem Widerstandsgrad „0“ verwahrt werden. Legale Behältnisse, die sich bereits vor der Gesetzesänderung im Besitz befunden haben, haben Bestandsschutz. Mit der Änderung des Waffengesetzes war die Amnestie in Kraft getreten. Jeder durfte unerlaubt in seinem Besitz befindliche Waffen und Munition abgeben, wenn dies auf direktem Wege erfolgte. Die Behörden durften auch noch keine Ermittlungen wegen des Waffenbesitzes aufgenommen haben.
Im Landratsamt Miesbach wurden im Zuge der Amnestie 136 Langwaffen abgegeben, davon 49 in illegalem Besitz und 87 aus Legalbesitz. Halbautomatische Waffen waren davon fünf (4/1), Repetierwaffen 56 (21/35), Einzelladerwaffen 4 (24/30) und sonstige Langwaffen 21 (21 aus Legalbesitz) Kurzwaffen wurden im Fachbereich Öffentliche Sicherheit 149 abgegeben (54/95), davon Pistolen 56 (43/13), Revolver 19 (11/8) und sonstige Kurzwaffen 74. Die sonstigen urzwaffen sind die sogenannten SRS-Waffen, also Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen. Sonstige Waffen, wie Hieb- und Stichwaffen waren 36 (11/25). Alle eingesammelten Waffen und die gesamte Munition werden nun vernichtet. Weder Waffen noch Munition verbleiben beim Landratsamt. Das Zerlegen und Vernichten erfolgt beim Bayerischen Landeskriminalamt im München. Das Eisen wird dabei eingeschmolzen, das Holz verbrannt.

Das Bayerische Innenministerium hatte fünf Monate nach dem Start der Ausnahmeregelung eine Zwischenbilanz gezogen. Zum 31. Dezember 2017 waren bayernweit 3.500 Waffen und 53.000 Stück Munition abgegeben worden. Das Ministerium will im August das endgültige Ergebnis der Aktion bekannt geben.