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08.10.2020

Wegen Corona: Landratsamt überarbeitet Planungen für Ersatzbau

Mehr Homeoffice, mehr Digitalisierung, weniger Präsenz-Arbeitsplätze, weniger Bedarf für Wartebereiche - Corona zwingt das Planungsteam für den Ersatzbau des Landratsamtes zur Überarbeitung der Pläne. Landrat Olaf von Löwis hat zusammen mit den verantwortlichen Mitarbeitern entschieden: Der Baukörper soll in der bisher geplanten Weise nicht realisiert werden. Stattdessen soll eine flexiblere, kleinere Lösung gefunden werden. Dass ein Ersatzbau aufgrund der Raumnot für die Mitarbeiter unbedingt notwendig ist, bleibt unbestritten. Den Kreisgremien soll hierzu ein neues Konzept vorgelegt werden. 

Die Kreisgremien und die Verwaltung beschäftigen sich schon einige Jahre mit Digitalisierung und Homeoffice. Corona ist nun ein Katalysator für diese Themen: Während des Corona-Lockdowns waren etwa 100 Landratsamt-Mitarbeiter, also ein Viertel der gesamten Belegschaft, im Homeoffice. „Diese Entwicklung können wir nicht unberücksichtigt lassen“, sagt Landrat Olaf von Löwis. „Wir müssen jetzt mutig sein und noch einmal neu anfangen zu denken und zu planen. Es wäre geradezu verantwortungslos, jetzt einen großen, kostspieligen Baukörper hinzustellen, der in dieser Form nicht mehr den Bedürfnissen der Bürger und der Verwaltung entspricht.“ Ursprünglich war ein z-förmiges, zum Teil vierstöckiges Bauwerk zwischen Münchner- und Riezlerstraße geplant, das die dann nur noch drei Standorte durch einen Campus verbindet.

Der Landrat hat das Planungsteam am Landratsamt mit der Überarbeitung der Pläne beauftragt. Die Kreisgremien müssen anschließend noch einmal über den Entwurf und das Gesamtkonzept entscheiden. Dass ein Ersatzbau kommt, steht jedoch außer Frage. Aktuell sind die Mitarbeiter über elf Häuser in der Kreisstadt verteilt. Viel Zeit bleibt im wahrsten Sinne des Wortes „auf der Strecke“. Zwei der Häuser, das ehemalige Landwirtschaftsamt und das zugehörige Wohnheim, sind größtenteils nicht mehr nutzbar und nicht mehr wirtschaftlich zu renovieren.

Maria Rode, zuständige Abteilungsleiterin für Verwaltungsmanagement und Kommunales, bekräftigt: „Wir müssen das Landratsamt der Zukunft neu denken. Natürlich werden weiterhin persönliche Gespräche und Beratungen vor Ort stattfinden, aber ein Großteil der Behördengänge soll im Sinne der Bürgerfreundlichkeit bis 2024 digital stattfinden.“ Die Überarbeitung der Ersatzbau-Pläne erlaubt außerdem eine flexiblere Reaktion, wenn beispielweise zukünftig Aufgaben von anderen staatlichen Behörden an die Landratsämter delegiert werden. Außerdem soll Homeoffice wo sinnvoll ermöglicht werden, gerade für berufstätige Eltern mit Kindern im Homeschooling. Arbeiten am Landratsamt soll für die Mitarbeiter flexibler und damit noch attraktiver werden.