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10.01.2018

Wildschutzgebiet in Kreuth ausgewiesen

Das Landratsamt Miesbach hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Herzoglichen Verwaltung in Kreuth das Wildschutzgebiet Hohlenstein ausgewiesen. In den Wintermonaten darf das Gebiet nachmittags, abends und nachts nicht mehr betreten werden. Hunde sollen im Schutzgebiet im Winter gar nicht mehr ausgeführt werden. Der Rundweg nach Siebenhütten ist damit ab mittags gesperrt. Der Weg über die Fischzucht ist aber weiterhin uneingeschränkt möglich.

Das Landratsamt Miesbach veröffentlichte im Oktober 2017 eine Verordnung über die Ausweisung des Wildschutzgebietes „Hohlenstein“ in der Gemeinde Kreuth. Im Dezember ist diese in Kraft getreten, die vorgeschriebene Beschilderung wurde an den wichtigsten Zutrittspunkten in Wildbad Kreuth angebracht.

Nach dem Bayerischen Jagdgesetz können Flächen, die zum Schutz und zur Erhaltung von Wildarten dienen, zu Wildschutzgebieten erklärt werden. Das gilt insbesondere für Flächen, auf denen sich das Wild zum Brüten, Setzen oder zur Rast bevorzugt aufhält und für Bereiche, in denen es gefüttert werden muss.

Das ausgewiesene Wildschutzgebiet in Kreuth gehört zu den Flächen des Herzoglichen Jagdreviers. Herzogin Helene in Bayern betreibt dort eine Rotwildfütterung, die dem Wild eine notwendige Futterquelle bietet. In den Wintermonaten finden die Tiere bei harter Witterung in der Natur keine ausreichende Nahrung mehr.

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Fütterung liegt an beliebtem Wanderweg

 

Problematisch ist, dass sich der bewährte Fütterungsstandort in dem frequentierten Wandergebiet nach Siebenhütten befindet. Zahlreiche Sportler und Spaziergänger nutzen die Wanderwege nahe der Rotwildfütterung. Auch Hunde werden gerne auf der Strecke ausgeführt. Die Folge der starken Freizeitnutzung: Das Rotwild zieht sich zurück und nimmt die Fütterung nicht mehr an. Das Bedürfnis des Wildes nach Ruhe macht die Ausweisung des Wildschutzgebietes deshalb erforderlich. Das Betretungsverbot beginnt an der Abzweigung zur Fischzucht und umfasst den Kiem-Pauli-Weg bis zur Fußgängerbrücke nach Siebenhütten. Der Rundweg nach Siebenhütten wird damit zum Teil eingeschränkt. Den Weg über die Fischzucht nach Siebenhütten beinhaltet die Wildschutzverordnung nicht – dieser Weg kann wie bisher genutzt werden.

Der Schutz des Rotwildes geht nicht ohne Einschränkungen für die Freizeitnutzung einher. Das temporäre Betretungsverbot des Wildschutzgebietes, sowie ein generelles Hundeverbot im Winter sind für die Beruhigung der Fläche nötig. Herzogin Helene in Bayern bezeichnet sich selbst als „Hundebesitzerin mit Herz und Seele“. Die Herzogin berichtet aber aus eigener Erfahrung von der enormen Beunruhigung für das Wild, welche selbst von angeleinten Hunden ausgeht.

Betretungsverbot im Winter ab Mittag

Das zeitweise Betretungsverbot gilt nur in den Wintermonaten von Anfang Dezember bis Ende März. Vormittags kann der Weg – ohne Hunde – von 8:00 Uhr morgens bis 12:00 Uhr mittags von Spaziergängern und Wanderern weiter benutzt werden.

Ab mittags soll das Gebiet ganz als Ruheraum für das Wild dienen, Wandern und Spazierengehen ist dann nicht mehr erlaubt. Dazu wurden mehrere Hinweisschilder an den betroffenen Wegen angebracht.

Das Wildschutzgebiet wurde geplant unter Hinzuziehung und Anhörung mehrerer Fachstellen und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kreuth. Tourismus und Freizeitnutzung in Kreuth wurden dabei weitestgehend berücksichtigt.