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21.10.2021

Gewinner der Wildtierschutz-Kampagne - Fünf Mini-Ranger unterstützen bei Greifvogelauswilderung

 

Während der Sommerferien hatten Kinder die Chance, ein selbstgemaltes Bild von ihrem einheimischen Lieblingswildtier mit seiner Leibspeise an das Landratsamt einzusenden. Insgesamt gingen 48 liebevoll gestaltete Zeichnungen mit vielen Details ein. Am 11.10.2021 losten die Naturschutz-Ranger Andreas Köpferl und Alexander Römer fünf Gewinner, die am darauffolgenden Freitag an einer Greifvogelauswilderung im Nordlandkries teilnehmen durften.

„In unserem Landkreis fühlen sich viele wilde Tiere pudelwohl. Für Enten, Gänse, Schwäne, Füchse, Schlangen, Rehwild und unzählige weitere Tierarten ist der Landkreis Miesbach ein Zuhause – genauso wie für uns Menschen. Leider kommt es immer wieder zu Unfällen oder gar Konflikten bei denen die Tiere meist den Kürzeren ziehen. Das Ziel der Wildtierschutz-Kampagne ist es, Kinder schon im frühen Alter für die Tiere und ihre Bedürfnisse sensibilisieren. Wir sind überwältigt von den detailgetreuen Zeichnungen der Kinder. Die Zeit für die Auswilderung drängte, da diese noch vor dem anstehenden Winterwetter stattfinden muss. Die Vögel müssen sich noch für den Winter rüsten“, erklärt Naturschutz-Ranger Andreas Köpferl.

Bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel trafen sich am vergangenen Freitag die Gewinner Helena, Erik, Simon, Emily und Reema mit ihren Eltern und Geschwistern, Landrat Olaf von Löwis, den Naturschutz-Rangern Anderl und Alex sowie dem Falkner und Betreiber der Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen in Otterfing, Alfred Aigner.

Zwei Bussarde und drei Falken warteten auf den Flug in die Freiheit. Landrat Olaf von Löwis lobte jeden der Mini-Ranger für sein Gemälde und erfragte den von den Kindern zu wählenden Namen des Vogels, den sie in die Freiheit entlassen durften. Falkner Alfred Aigner erklärte jedem Kind, was nun zu tun sei, und übergab nacheinander einen gesundgepflegten Vogel. Mit viel Schwung durfte jeder der fünf Mini-Ranger einem Vogel die Freiheit zurückgeben. Strahlende Augen blickten den Vögeln hinterher.

Einen weiteren tierischen Gast präsentierte Herr Aigner ganz zum Schluss: Eine sehr seltene Sumpfohreule wurde zur Versorgung in die Auffangstation gebracht. Sie ist in einem Elektro-Stacheldraht hängen geblieben ist und hat sich schwer am Flügel verletzt. Aigner lies die Eule vor dem Besuch bei den Kindern von einem Tierarzt versorgen. Alle bestaunten das wunderbare Tier und hoffen, dass auch diese Eule durch die Pflege in der Auffangstation, in einiger Zeit wieder in Freiheit entlassen werden kann. Die Pflege- und Auffangstation ist dringend auf Spenden angewiesen.

„Engagierte Menschen wie Herr Aigner sind äußerst wertvoll. Ohne seine Arbeit wäre dieser wunderbare Vogel, stellvertretend für alle 200 verletzten Greifvögel und Eulen, die jährlich in Otterfing landen, verloren. Vielen Dank für diese Arbeit,“ wertschätzte Landrat Olaf von Löwis.

Die wissbegierigen Kinder hatten anschließend noch viele Fragen an die Naturschutz-Ranger. Ranger Alex Römer nahm die Kinder mit auf eine spielerische Reise ins Reich der Wildvögel: Welcher Vogel legt das größte und das kleinste Ei der Welt? Wer ist der kleinste einheimische Vogel? Wem gehören diese Federn? Die Mini-Ranger haben viel gelernt und sind nun gut gerüstet, um ihre Freunde und Klassenkameraden über den Umgang mit Wildtieren und Wildvögeln aufzuklären.

„Diesen Tag vergessen die Kinder nie. Was für eine tolle Aktion!“, gratulierte Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende Tierschutzverein Tegernseer Tal. Sie und Wolfgang Kuhn, der Jagdberater des Landkreises, haben die Wildtierschutzkampagne des Landratsamtes unterstützt.