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29.10.2018

Bezuschusste »Gibmir5«-Bustickets zahlen sich aus

Genau ein Jahr gibt es die günstigen „Gibmir5“-Bustickets. Ziel der gemeinsamen Initiative von Landkreis und Regionalverkehr Oberbayern (RVO) war es, so viele Einheimische wie möglich davon zu überzeugen, statt des eigenen Autos mal den Bus zu nutzen. 45.000 Euro pro Jahr investiert der Landkreis in die Kooperation. Das zahlt sich aus: Rund ein Drittel mehr Fahrgäste als im Vorjahr erkundeten den Landkreis mit dem Bus.

Gemeinsam finanzieren Landkreis und RVO die günstigen „Gibmir5“-Tagestickets, um Einheimische und Tagesgäste aus den eigenen Autos in die Busse zu locken. Gruppen bis zu fünf Personen zahlen für alle Fahrten im Landkreis nur 9 Euro, Einzelpersonen 6 Euro.

Der Landkreis bezuschusst die Kooperation mit maximal 45.000 Euro pro Jahr für drei Jahre. Pro Gruppenticket werden 10,50 Euro vom Landkreis beigesteuert, pro Einzelticket 2 Euro. So bleiben die Kosten für den Kreis überschaubar und die RVO kann die verbilligten Tickets überhaupt erst anbieten.

Kein Ergebnis gefunden.

Nach einem Jahr ziehen Landkreis und RVO ein Fazit zur Initiative:

  • Seit Beginn der Kooperation (Mitte Oktober 2017) bis Mitte Oktober 2018 wurden 10.500 „Gibmir5“-Einzeltickets und 5.000 „Gibmir5“-Gruppentickets verkauft (gesamt 15.500 Tickets).
  • Im Kalenderjahr 2018 wurden bisher 9.300 „Gibmir5“-Einzeltickets und 4.600 „Gibmir5“-Gruppentickets abgegeben (gesamt: 13.900 Tickets).
  • Für das gesamte Kalenderjahr rechnet die RVO mit 10.800 verkauften „Gibmir5“-Einzeltickets und 5.200 „Gibmir5“-Gruppentickets (gesamt: 16.000 Tickets).
  • Das ist ein größerer Erfolg als erwartet: Der Landkreis-Zuschuss von maximal 45.000 Euro pro Kalenderjahr war schon im August aufgebraucht. Die weiteren Mehrkosten trägt die RVO selbst, bis der nächste Zuschuss im Januar 2019 abgerufen wird.

Um den tatsächlichen Erfolg der Kooperation abschätzen zu können, müssen die Auswirkungen der „Gibmir5“-Tickets auf die Verkäufe in vergleichbaren Ticketkategorien der RVO geprüft werden:

  • Seit Beginn des Projekts wurden 17.500 vergleichbare Tickets weniger verkauft (minus 1.300 in 2017 und minus 16.200 in 2018).
  • Dafür wurden 10.700 „Gibmir5“-Einzeltickets (1.400 in 2017 und 9.300 in 2018) und 5.100 „Gibmir5“-Gruppentickets (450 in 2017 und 4.700 in 2018) nachgefragt.

In Fahrgastzahlen bedeutet das: Ungefähr 24.500 Fahrgäste nutzten im ersten Jahr das „Gibmir5“-Angebot (10.700 Einzelfahrer plus 5.100 Gruppentickets mal durchschnittlich 2,5 Personen). Wegen der „Gibmir5“-Tickets fuhren also ein Drittel mehr Fahrgäste mit dem Bus als im Vorjahr.

„Diese Steigerung zeigt: Wir sind auch mit dieser Maßnahme auf dem richtigen Weg, den Verkehr im Landkreis nachhaltig und wirkungsvoll zu verändern“, freut sich Landrat Wolfgang Rzehak. Auch RVO-Niederlassungsleiter Andreas Päschel ist zufrieden mit dem ersten Jahr der Kooperation: „Gemeinsam haben wir ein Angebot geschaffen, das Busfahren in der Region noch attraktiver macht und eine echte Alternative zum eigenen Auto ist.“ Die Initiative, die im Fachbereich „Mobilität“ am Landratsamt Miesbach und in der Zukunftswerkstatt Mobilität gereift ist, hat sich ausgezahlt.

„Wir entwickeln viele Initiativen, mit denen wir die Verkehrssituation im Landkreis in den Griff bekommen können“, erklärt Peter Schiffmann, der den Fachbereich „Mobilität“ leitet. „Jede Initiative kann allerdings nur fruchten, wenn die Bürgerinnen und Bürger auch bereit sind, an den eigenen Gewohnheiten etwas zu ändern“, ergänzt Regionalmanager Florian Brunner von der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG). Gerade arbeiten sie zusammen an der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes. Interessierte Bürger können noch bis Mitte November auf www.oepnv-miesbach.de Fragen beantworten, was ihnen für die Zukunft des Nahverkehrs im Landkreis wichtig ist.