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15.10.2018

Großübung in Holzkirchen: 200 Einsatzkräfte proben schrecklichen Unfall

Ein Auto kracht auf der Holzkirchner Nordumgehung in einen Schulbus. Ein weiteres Auto kann nicht mehr rechtzeitig bremsen. Zwei Menschen sterben an der Unfallstelle, 26 Schüler sind zum Teil schwer verletzt. Ein schreckliches Szenario, doch sehr realistisch auf unseren vielbefahrenen Straßen. Umso wichtiger, dass die freiwilligen Helfer diese Schadenslage bei einer Großübung proben konnten.

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Es war kurz nach Mittag, als in Holzkirchen und den Nachbargemeinden der Alarm ging. Auf der Nordumgehung hatte sich ein schrecklicher Unfall ereignet. Ein Auto krachte in einen Bus, dieser kippte um, ein weiteres Auto konnte nicht mehr ausweichen und krachte ebenfalls in den Bus. Die freiwilligen Retter stellen sofort fest: Was hier passiert ist, grenzt an eine Katastrophe. Kreisbrandinspektor Florian Dirscherl übernimmt die Verantwortung am Einsatzort als Örtlicher Einsatzleiter. Schnell ist klar: Es handelt sich um einen „MANV“ – einen „Massenanfall an Verletzten“. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz am Landratsamt Miesbach bestätigt: Lage nach Artikel 15 Katastrophenschutzgesetz knapp am Katastrophenfall. „Eine absolute Ausnahmesituation“, sagt Örtlicher Einsatzleiter Dirscherl.

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200 Rettungskräfte treffen am Unfallort ein. Die Feuerwehrler aus Holzkirchen, Föching, Hartpenning, Otterfing und Warngau befreien alle 28 Opfer aus den Trümmern. Komparsen schreien vor Angst und Schmerzen.  Sie wurden realistisch als Unfallopfer geschminkt. Beamte der Polizeiinspektion Holzkirchen sperren die umliegenden Straßen und die nahegelegene Bahnlinie.

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Unterdessen fordert die Sanitätseinsatzleitung alle verfügbaren Kräfte des Rettungsdienstes und der Schnelleinsatzgruppen des BRK Kreisverband Miesbach an. Unterstützung kommt von den Verbänden aus München und Bad Tölz. Sofort werden die Unfallopfer gesichtet und erstversorgt. Wem kann noch geholfen werden, für wen kommt jede Hilfe zu spät? Das Krankenhaus Agatharied macht sich bereit.

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Ein Polizeihubschrauber und Rettungswägen bringen die Unfallopfer ins Krankenhaus Agatharied. Unfallchirurgen, Allgemeinchirurgen, Anästhesisten und Pflegepersonal nehmen vier Schwerstverletzte und drei Mittelverletzte auf. Durch den Aufprall gab es Schädel-Hirn-Traumata, Quetschungen und Brüche. Zwei Opfer verstarben noch am Unfallort.

Obwohl es sich nur um eine Übung handelte, war die Anspannung bei allen Einsatzkräften hoch. „Natürlich übt jede Organisation regelmäßig die internen Abläufe“, erklärt Kreisbrandinspektor Dirscherl, der zum ersten Mal die Verantwortung bei so einem großen Unfall übernommen hat. „Aber so ein Unfall ist eine Herausforderung für alle. Da müssen wir gut zusammenarbeiten“, sagt er. Nur selten bekäme man einen alten Bus, mit dem man eine solche Übung planen könne. Diese Chance wollten die Blaulichtorganisationen im Landkreis Miesbach unbedingt nutzen.

„Wir haben das Angebot, bei der Übung mitzumachen, gerne angenommen“, bestätigt Oberarzt Dr. Andreas Bürkner, der den medizinischen Teil der Übung für das Krankenhaus Agatharied koordinierte. „Die Zusammenarbeit zwischen Präklinik und Klinik war für uns besonders wichtig“, erklärt Dr. Bürkner. Die Patienten wurden vom Rettungsdienst erstversorgt und ins Krankenhaus gebracht. Dort musste wie im Ernstfall die bestmögliche Versorgung der Komparsen gewährleistet werden. „Eine Herausforderung“, sagt Dr. Bürkner, „aber die Abläufe waren flüssig und wir nehmen viel aus der Übung mit.“

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Auch Matthias Brand, der die Übung für den BRK Kreisverband Miesbach leitete, war zufrieden: „Es sollte möglichst realistisch sein. Wir wollten alle Einheiten be-üben, vom Rettungsdienst bis zur Sanitätseinsatzleitung.“ Ziel der Übung war es, dass jede Organisation sowohl die eigenen Strukturen, als auch die Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen testen konnte. Insgesamt zogen die Übungsleiter ein positives Fazit: Vieles sei sehr gut gelaufen, einige Ideen zur Verbesserung der Abläufe werden eingearbeitet. „Auf jeden Fall sind wir nun noch besser vorbereitet, wenn ein schlimmer Unfall passieren sollte“, sagt Kreisbrandinspektor Dirscherl.