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28.11.2025

Denkmalschutzpreis 2025 für herausragende Baukultur im Landkreis Miesbach verliehen

 Im feierlichen Rahmen wurden auch in diesem Jahr im Barocksaal in Tegernsee die Denkmalschutzpreise des Landkreises Miesbach verliehen. Gleich zu Beginn machte Kreisbaumeister Christian Boiger deutlich, worum es bei dieser Auszeichnung geht: um Sichtbarkeit. Sichtbarkeit für die Menschen, die mit großem Einsatz historische Bausubstanz erhalten und Sichtbarkeit für die Denkmäler selbst.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner unterstrich diese Gedanken. Man müsse „sichtbar machen, was geleistet wird“, denn die Kulturlandschaft des Landkreises lebe davon, dass prägende Gebäude bewahrt und in die Zukunft geführt würden. Auch Landrat Olaf von Löwis hob hervor: „Denkmäler seien identitätsstiftend“ und wirkten als Vorbilder dafür, wie verantwortungsvoll mit Tradition umgegangen werden könne.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte Boiger anschaulich, wie viel im Landkreis 2025 bewegt wurde – vom Psallierchor über die Villa von Thielmann bis hin zur Restaurierung der Gotzinger Trommel. All diese Projekte verdeutlichten, wie breit das Spektrum denkmalpflegerischer Aufgaben sei und wie vielfältig die Herausforderungen, denen sich Bauherren wie Fachleute stellen.

Im Anschluss wurden die Preisträgerinnen und Preisträger geehrt.


Zu ihnen zählt in diesem Jahr der Alte und Neue Hof in Fischbachau, ein Bauernhofensemble mit Außenbackofen, das mit viel Liebe und großer Sorgfalt zu einem Ein-First-Hof zusammengeführt wurde. Der traditionelle Holzbau wurde wieder aufgenommen, und mit aufwändiger Restaurierung entstand ein Hof, der seine historische Kraft zurückgewonnen hat – ein Projekt, das Boiger als „mit viel Liebe und Herzblut“ würdigte.

Ein weiterer Preis ging an die Kirche St. Quirin in St. Quirin, deren umfassende Erneuerung von der Kirchenstiftung Tegernseegetragen wurde. Die stark in Mitleidenschaft gezogene Raumschale konnte zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengeführt werden, mittelalterliche Details wurden wieder sichtbar gemacht und die Kirche damit als Ort des Glaubens neu belebt. Die feierliche Neueinweihung mit dem Erzbischof am 20. August markierte den Höhepunkt der umfassenden Sanierung.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der historische Hof „beim Granzer“ von 1778 in Fischbachau, dessen denkmalgerechte Erneuerung von den Bauherren Nina und Conrad Albert umgesetzt wurde. Hier überzeugte, dass nur behutsame, kleine Ergänzungen vorgenommen wurden, ohne das charakteristische Raumgefühl zu zerstören. Die Bauherrschaft habe, so Boiger, den Mut gehabt, „nicht zu weit zu gehen“ und damit ein bedeutendes Stück Ortsgeschichte bewahrt.

Schließlich erhielt auch das Haus „beim Müller am Rain“ in Gmund am Tegernsee den Denkmalschutzpreis, dessen Sanierung die Papierfabrik Louisenthal GmbH verantwortete. Beim Rückbau zeigten sich enorme Schäden, Feuchte- und Statikprobleme, die das Projekt zu einer großen Herausforderung machten. Mit viel Feingefühl wurde das Gebäude restauriert, wobei Alt und Neu bewusst sichtbar nebeneinander bestehen dürfen. Heute präsentieren sich die Räume hell und luftig, und auch die Außenfassade wurde mit großer Hingabe überarbeitet.